Am 9. Mai ist wieder Weltladentag. Er steht in diesem Jahr unter dem Motto: "Fair fruchtet!" und richtet den Blick auf globale Frucht-Lieferketten, auf ungleiche Machtverhältnisse im Handel und auf die Frage, wie Wertschöpfung gerechter verteilt werden kann.
Während der Samstags-Öffnungszeiten richtet der Weltladen Groß-Umstadt - gemeinsam mit 300 Weltläden bundesweit - den Blick auf schlechte Arbeitsbedingungen und unfair verteilte Gewinne im Handel mit Orangen, Mangos und Bananen. Reinschauen, sich informieren, ins Gespräch kommen und besser verstehen lernen: Was ist ungerecht eigentlich - und was wäre fair?
Von 10 bis 14 Uhr - Hinschauen, Mitreden, Mitmachen und Probieren:
- Interaktive Spiele, Quiz, Memory, Ausmalbilder
- Tee, Kaffee, fairer O-Saft
- Fruchtige Kuchensnacks: Orangen-Muffins, Bananenkuchen, Kuchen mit Kokosflocken
- Mango-Kokosbällchen zum Gratis-Verkosten und „Fruchtige Riegel“ zum Sonderpreis ...
Die internationale Obstproduktion ist ein Milliardengeschäft, doch profitieren vor allem wenige große Handelskonzerne. In Deutschland kontrollieren vier Unternehmen rund 85 Prozent des Lebensmittelmarktes - mit gravierenden Folgen für Obstproduzenten weltweit. Diese Marktmacht setzt Lieferanten massiv unter Preisdruck - häufig so stark, dass Produktionskosten kaum gedeckt sind.
Alltag sind fast immer harte körperliche Arbeit, niedrige Löhne und befristete Verträge. Viele Plantagen gehören internationalen Konzernen, die hohe Gewinne erzielen. Am Anfang der Lieferketten bleibt aber nur wenig bei den Produzenten hängen.
Der Faire Handel fordert menschenwürdige Arbeitsbedingungen und eine gerechte Wertschöpfung entlang der Lieferketten. Faire Preise, Transparenz und partnerschaftliche Handelsbeziehungen stehen im Mittelpunkt. Marcel Martetschläger von der Fair Trade Genossenschaft WeltPartner erläutert am Beispiel von Mangos, wie Fairer Handel wirken kann: „Wir arbeiten seit Ende der 1980er-Jahre mit der Organisation Preda auf den Philippinen zusammen. Der Faire Handel sichert Kleinbauern stabile Einkommen und Perspektiven vor Ort. Gleichzeitig finanziert der Verkauf unserer Mango-Produkte rund die Hälfte der Kinderschutzarbeit von Preda. Jede verkaufte Mango trägt dazu bei, Kinder vor Ausbeutung zu schützen und ermöglicht ihnen Zugang zu Schutzräumen, Therapie und Schulbildung.“
Die darf man sich auf der Zunge zergehen lassen - faire „Knast-Kekse“ aus dem Gefängnis von Syrakus/Sizilien.
Seit 2007 besteht der Kontakt zwischen der Werkstatt OXIDOS (die Rostigen) in Bogotá, Kolumbien, und GLOBO. Anfangs ist vereinbart worden, dass Jugendliche, ehemalige Straßenkinder, beim Sammeln von Alteisen unterstützt werden, indem ihnen eine bestimmte Mengenabnahme garantiert wird. Das Alteisen wird dann bei der Produktion der Dekorationsartikel integriert. Die Zusammenarbeit ist zu einer Erfolgsgeschichte geworden:
Die Volkskunst des Filzens hat in Nepal eine lange Tradition und sichert vielen Einheimischen das Überleben. Besonders die Bergvölker nutzen diese alte Technik, um Schafswolle zu Filztextilien zu verarbeiten. Mit viel Fingerfertigkeit bearbeiten die Kunsthandwerker das weiche Material und kreieren daraus Broschen, Taschen, Hausschuhe oder andere farbenfrohe Accessoires.
Die seit Sommer 2025 mittlerweile 5. Schokoladen-Werkstatt des Weltladens Groß-Umstadt fand am Sa., 17.1.2026, in Raibach statt. Interesse angemeldet hatte die „Dorf Arbeitsgemeinschaft Raibach e.V.“, und gekommen waren 14 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Nach dieser Einführung war dann schnell ab- und umgeräumt, und nach einer Plauderrunde rund um den Kakao, wo und wie er angebaut und für den Export vorbereitet wird, gings ans Weltspiel (Foto oben). Auf einer großen Weltkarte wird deutlich, auf welchem Kontinent wie viele Menschen leben (die meisten in Asien), wo der Kakao wächst und geerntet wird (Regenwaldländer entlang des Äquators) und in welchen Ländern die eigentliche Wertschöpfung bei der industriellen Verarbeitung der Kakobohnen stattfindet (Europa, USA).
Mit diesem anschaulichen Bild im Kopf gings in die Schokoladenküche, wo aus Kakaobohnen, -butter, Milchpulver und Puderzucker gemeinsam eine Milchschokolade entstand: Bohnen schälen, mörsern, Zutaten abwiegen und verrühren - schließlich in Formschalen abfüllen und abkühlen lassen.
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Mit großer Freude haben wir vom Team "Bildungsarbeit" die Anfrage aufgenommen, ob wir für das Gruberhof-Team "Kinder im Museum" (KiM) vom Umstädter Museums- und Geschichtsverein e.V. auch eine Schokoladenwerkstatt anbieten könnten.
Das klare JA führte zu einer öffentlichen Ausschreibung zum Mitmachen - für 12 Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren. Und binnen 14 Tagen waren alle Plätze vergeben.
Sie haben sich mit Mörsern fleißig ans Mahlen der Kakaobohnen gemacht, haben erfahren, was Kakaobutter ist und wie sie aus der Kakobohne heraus und am Ende in die Schokolade wieder hinein kommt, sie haben sich mit der Lebenssituation von gleichaltrigen Kindern in den tropischen Kakao-Anbauregionen befasst und erfahren, dass zu viele Kinder in den Plantagen arbeiten müssen statt - wie es bei Fairtrade üblich ist - in die Schule zu gehen und wenigstens krankenversichert sind.