Die seit Sommer 2025 mittlerweile 5. Schokoladen-Werkstatt des Weltladens Groß-Umstadt fand am Sa., 17.1.2026, in Raibach statt. Interesse angemeldet hatte die „Dorf Arbeitsgemeinschaft Raibach e.V.“, und gekommen waren 14 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Im Schützenhaus der „Kuckucks“ war für alle, die dabei waren, also auch die beiden Teamer Inge Geißler und Reiner Michaelis, ein wunderbares Frühstück vorbereitet - neben mitgebrachten Kleinigkeiten gab es deftige und süße Brotaufstriche aus dem Weltladen. Großer Favorit war die helle Cashew-Nusscreme von Fairfood aus Freiburg im Breisgau.
Noch am Frühstückstisch haben sich die beiden Vertreter des Weltladens kurz vorgestellt und so manches berichtet, was es im und rund um den Weltladen so alles gibt, wie er arbeitet (rein ehrenamtlich!) und was man ´gut macht´, wenn man im fairen Handel Lebensmittel, Kunsthandwerk oder z.B. auch Kleidung, Spielzeug u.v.m. kauft. Ein ´faires´ Geschenk zum Geburtstag, im Kollegium oder für hilfsbereite Nachbarn sei immer eine win-win-win-Situation:
- Beim Beschenkten kommen Süßes, Kaffee, Socken oder Eierwärmer aus Filz immer gut an,
- was wiederum positiv auf die schenkende Person zurückwirkt, weil sie sich Gedanken um fairen Handel und Nachhaltigkeit gemacht hat,
- und durch den Kauf die Produzenten im globalen Süden wirtschaftlich, sozial und kulturell stärkt.
Nach dieser Einführung war dann schnell ab- und umgeräumt, und nach einer Plauderrunde rund um den Kakao, wo und wie er angebaut und für den Export vorbereitet wird, gings ans Weltspiel (Foto oben). Auf einer großen Weltkarte wird deutlich, auf welchem Kontinent wie viele Menschen leben (die meisten in Asien), wo der Kakao wächst und geerntet wird (Regenwaldländer entlang des Äquators) und in welchen Ländern die eigentliche Wertschöpfung bei der industriellen Verarbeitung der Kakobohnen stattfindet (Europa, USA).
Bei 5 Mio. Tonnen Weltkakaoernte im Jahr ahnt und weiß man, dass im konventionellen Anbau viele Kinder von Kakaobauern mit anpacken, mit scharfer Machete arbeiten und Säcke schleppen müssen, statt zur Schule zu gehen. Selten genug wissen sie, was der reiche Norden aus ´ihren´ Kakaobohnen macht, viele haben noch nie ein Stück Schokolade gegessen …
Mit diesem anschaulichen Bild im Kopf gings in die Schokoladenküche, wo aus Kakaobohnen, -butter, Milchpulver und Puderzucker gemeinsam eine Milchschokolade entstand: Bohnen schälen, mörsern, Zutaten abwiegen und verrühren - schließlich in Formschalen abfüllen und abkühlen lassen.
Eine abschließende Gesprächsrunde drehte sich um den fairen Handel und die ´Global Player´ als die großen Gewinner. Immerhin: ca. 20 % des globalen Kakaohandels sind in fairen Strukturen, was u.a. bedeutet, dass der etwas höhere Preis direkt den Produktionsgemeinschaften oder Kooperativen zu Gute kommt, so dass sie längerfristig mit festem Einkommen rechnen können, für Arbeitsschutz gesorgt und Kinderarbeit vermieden werden kann. Hinzu kommen Krankenversicherung und Fortbildung, was vor Ort für verlässliche Arbeits- und Lebensverhältnisse sorgt.
Genießen wir also gerne eine gute Schokolade, die zwar etwas teurer ist, aber uns und den Produzenten gut tut.
Als dann die „Raibacher Eigenmarke“ aus dem Kühlschrank kam, fanden die meisten, sie sei ein echter Genuss und mindestens genausogut wie die aus dem Laden. Mit einer kurzen Feedbackrunde ging der Workshop nach knapp 3 Stunden zu Ende, und um so manche Erfahrung reicher gingen alle ins Wochenende.
Mit großer Freude haben wir vom Team "Bildungsarbeit" die Anfrage aufgenommen, ob wir für das Gruberhof-Team "Kinder im Museum" (KiM) vom Umstädter Museums- und Geschichtsverein e.V. auch eine Schokoladenwerkstatt anbieten könnten.
Das klare JA führte zu einer öffentlichen Ausschreibung zum Mitmachen - für 12 Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren. Und binnen 14 Tagen waren alle Plätze vergeben.
Sie haben sich mit Mörsern fleißig ans Mahlen der Kakaobohnen gemacht, haben erfahren, was Kakaobutter ist und wie sie aus der Kakobohne heraus und am Ende in die Schokolade wieder hinein kommt, sie haben sich mit der Lebenssituation von gleichaltrigen Kindern in den tropischen Kakao-Anbauregionen befasst und erfahren, dass zu viele Kinder in den Plantagen arbeiten müssen statt - wie es bei Fairtrade üblich ist - in die Schule zu gehen und wenigstens krankenversichert sind.
Einmal mehr war der Weltladen am 21.11. dabei, als es in der Groß-Umstädter Geschäftswelt nicht (nur) ums Einkaufen ging, sondern der Einzelhandel in der Innenstadt seine Läden schmückte, für kulturelle Beiträge und natürlich auch zum Schnuppern und Kaufen öffnete.
23 Landfrauen aus Nieder-Klingen waren der Einladung ihrer Vorsitzenden Irene Seeger gefolgt, um sich zusammen mit dem Weltladenteam - passend in der Voradventszeit - mit dem Thema Kakao und Schokolade zu befassen.
Was ist und woher kommt Kakao? Wie sehen die Pflanzen aus? Was macht ihn so wertvoll (teuer...)? Wo und wie wird er angebaut? Wo wird Kakao verarbeitet bzw. veredelt? und vor allem: Wo wird er hauptsächlich verzehrt? Diese und viele weitere Fragen wurden im Gespräch und an Hand des sog. "Weltspiels" auf einer großen, begehbaren Weltkarte angesprochen, und viele staunten nicht schlecht, dass der Anbau und die Ernte immer noch mit sehr viel Kinderarbeit, Waldzerstörung und Armut in den Herstellerländern zu tun haben. Nur rund 10% des Gesamtumsatzes bleiben bei den meisten Kakaobauern.
Immerhin rund 20% des Kakaos kommen aus fairem Handel, der Schulunterricht für die Kinder, Fortbildung für die Bauernfamilien und den notwendigen Arbeitsschutz gewährleistet.
Am Sa., 7. Juni 2025, um 10 Uhr war es soweit - die erste Schokoladenwerkstatt mit neuem Team in der Bildungsarbeit startete im Ev. Gemeindehaus in Kleestadt. Gekommen waren 15 Personen aus drei Generationen, die nach 3 Stunden lockerer aber auch intensiver Zusammenarbeit nicht nur 2 Sorten leckerer Schokolade (bitter und Milchschokolade) kosten konnten, sondern sich auch über die Herkunft von Kakao, den Bedingungen beim Anbau, der Ernte und der Verarbeitung austauschten.











Anlässlich des bundesweiten Vorlesetages
Beide Frauen bezeichnen sich als "ambitionierte Laien", was eher tiefgestapelt ist, denn sie machen schon ihr ganzes Leben lang Musik: in der Kantorei, beim Ensemble philSaitig und bei vielen anderen Gelegenheiten in der weiteren Umgebung von Dieburg. Um 20.30 Uhr beginnt das Finale, denn der Laden schließt um 21 Uhr.

„Volles Haus“ konstatierte das Team vom Weltladen Groß-Umstadt am 16.4. im Pfälzer Schloss bei der fantastischen „Weltreise“ - 120 Besucher waren zur Multivisionsschau des Duos lobOlmo gekommen und waren begeistert.
Reiner Michaelis vom Vorstand der Genossenschaft hatte die Begrüßung und die Danksagung übernommen und deutlich gemacht, dass globales „Geschäfte machen“ nicht nur Quote, Umsatz und Gewinnmaximierung bedeutet, sondern möglichst fair abzulaufen habe. Denn hinter den Produkten stünden Produzenten, also Menschen mit ihren Familien und Ortsgemeinschaften, die eine eigene, mitunter ganz andere Geschichte und Kultur haben, die andere Bedürfnisse und Wünsche ans Leben formulieren als wir; und nicht nur Rohstoffe exportieren, sondern auch an der Wertschöpfung vor Ort partizipieren wollen.